Nein — Leitungswasser sollten Sie in China nicht trinken.
Das Auswärtige Amt rät ausdrücklich, ausschließlich Wasser sicherer Herkunft zu trinken und nie Leitungswasser — in der Praxis heißt das: Flaschenwasser oder abgekochtes Wasser.
Das lässt sich leicht in den Alltag einbauen: Flaschenwasser ist überall günstig erhältlich, viele Hotelzimmer haben einen Wasserkocher, und heißes Wasser gehört ohnehin zur chinesischen Alltagskultur.
Was die offizielle Reisemedizin sagt
Das Auswärtige Amt formuliert es unmissverständlich: „Trinken Sie ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs, nie Leitungswasser." Steht kein Flaschenwasser zur Verfügung, empfiehlt die Behörde gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser als Alternative — und rät, dieselbe Vorsicht auch beim Zähneputzen und Geschirrspülen unterwegs anzuwenden. Ein praktischer Zusatztipp aus derselben Quelle: Greifen Sie wenn möglich zu kohlensäurehaltigem Flaschenwasser — bei einer bereits vorher geöffneten Flasche lässt sich das leichter erkennen.
Auch bei Eiswürfeln in Getränken und bei gekühlten oder tiefgefrorenen Speisen ist Vorsicht sinnvoll, wenn die Wasserherkunft unklar ist — ein Hinweis aus dem Vorbeugungs-Merkblatt der Schweizer Reisemedizin-Plattform HealthyTravel.ch.
Abgekochtes Wasser gilt offiziell als sichere Alternative — das deckt sich mit der chinesischen Alltagspraxis (siehe unten).
Praktisch ist das leichter, als es klingt: Heißes Wasser gehört in China zum Alltag — Restaurants servieren häufig heißes Wasser oder Tee, Bahnhöfe und Flughäfen haben Heißwasserspender.
Die Details: Wasser, Tollwut und was Sie sonst noch wissen sollten
Flaschenwasser statt Leitungswasser — auch beim Zähneputzen
Laut Auswärtigem Amt sollten Sie ausschließlich Wasser sicherer Herkunft trinken, nie Leitungswasser — und das gilt nach behördlicher Empfehlung auch für Zähneputzen und Geschirrspülen unterwegs. Steht kein Flaschenwasser zur Verfügung, ist gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser die offizielle Alternative.
Ausweg: Nutzen Sie unterwegs auch zum Zähneputzen Flaschenwasser statt Leitungswasser. Kohlensäurehaltiges Wasser lässt sich leichter als „schon geöffnet" erkennen — praktisch, wenn Sie eine angebrochene Flasche wiedersehen.
Eiswürfel und gekühlte Speisen
Auch bei Eiswürfeln in Getränken und bei gekühlten oder tiefgefrorenen Speisen ist Vorsicht sinnvoll, wenn die Wasserherkunft unklar ist — dieser Hinweis stammt aus dem Vorbeugungs-Merkblatt der Schweizer Reisemedizin-Plattform HealthyTravel.ch (dort im Kontext allgemeiner Lebensmittelhygiene).
Ausweg: Fragen Sie im Zweifel nach, ob die Eiswürfel aus abgefülltem oder gefiltertem Wasser stammen, oder verzichten Sie einfach darauf — in den meisten Cafés und größeren Restaurants ist das kein Problem.
Tollwutrisiko in China: Zahlen und Regionen
China verzeichnet laut Auswärtigem Amt weiterhin jährlich über 1.000 Tollwutfälle, mit Häufungen vor allem in ländlichen und südlichen Landesteilen (Guangxi, Guizhou, Guangdong, Sichuan, Hunan). Fast alle Übertragungen auf den Menschen erfolgen über Hunde. Gegen ausgebrochene Tollwut gibt es keine Therapie — die Erkrankung verläuft nach Symptombeginn tödlich.
Ausweg: Meiden Sie Kontakt mit streunenden Tieren, auch scheinbar zahme Hunde und Katzen an Touristenorten. Das Auswärtige Amt empfiehlt außerdem, sich vor der Reise zur Tollwutimpfung beraten zu lassen.
Impfempfehlung: Deutschland, Österreich und die Schweiz sehen es unterschiedlich
Hier gibt es keine einheitliche Empfehlung. Die Schweizer Reisemedizin-Plattform HealthyTravel.ch führt Tollwut für China unter „Impfungen für alle Reisende" und als „Landesweit"-Risiko; die vorbeugende Impfung wird dort „den meisten Reisenden empfohlen". Das Auswärtige Amt empfiehlt die Impfung dagegen nur bedingt — bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition —, rät aber allgemein, sich beraten und gegebenenfalls impfen zu lassen. Eine eigene, auf China zugeschnittene Empfehlung gibt es von österreichischer Seite nicht: Das offizielle Gesundheitsportal Österreichs empfiehlt die Impfung generell für Reisen in Tollwut-Endemiegebiete, ohne China konkret zu benennen.
Ausweg: Sprechen Sie die Tollwutimpfung aktiv bei der reisemedizinischen Beratung an. Die Schweizer Quelle nennt ausdrücklich Situationen mit erhöhtem Risiko: wiederholte Reisen oder Langzeitaufenthalte, Fahrrad- und Motorradreisen, Wanderungen in abgelegene Gebiete sowie Klein- und Schulkinder.
Bei Biss oder Kratzer: sofort handeln — auch mit bestehender Impfung
Nach Kontakt mit einem möglicherweise infizierten Tier — Biss, Kratzer oder Speichel auf verletzter Haut oder Schleimhäuten — empfiehlt das Auswärtige Amt, umgehend einen Arzt aufzusuchen, und zwar auch dann, wenn bereits eine Tollwutimpfung besteht.
Ausweg: Suchen Sie noch während der Reise eine Klinik auf, nicht erst nach der Rückkehr. Die Schweizer Reisemedizin nennt genau das als Grund, schon vor der Reise zu impfen: Impfstoffe und Immunglobuline stehen „in vielen Reiseländern oft nicht zur Verfügung".
Kosten im Ernstfall: Was eine Auslandsvertretung leisten kann — und was nicht
Eine ärztliche Behandlung nach einem Tierbiss zahlen Sie in China selbst. Wichtig ist deshalb zu wissen, wo die Zuständigkeit einer deutschen Auslandsvertretung endet: Laut Auswärtigem Amt kann sie Ihnen bei Bedarf Ärztinnen und Ärzte, Anwältinnen und Anwälte oder Dolmetscherinnen und Dolmetscher vor Ort „benennen" — Hotelrechnungen, Bußgelder oder offene Krankenhausrechnungen dagegen darf sie „in keinem Fall" begleichen. Sie vermittelt also, sie bezahlt nicht.
Ausweg: Schließen Sie vor der Reise eine Auslandsreise-Kranken- und Rückholversicherung ab — genau das empfiehlt das Auswärtige Amt für China ausdrücklich. Das ist die praktische Konsequenz aus der Kostenlage: Die Behandlung ist kostenpflichtig, und die Auslandsvertretung springt finanziell nicht ein.
Durchfall unterwegs: was wirklich hilft
Durchfallerkrankungen kommen laut Auswärtigem Amt in warmen Ländern häufig vor und bessern sich meist mit oder ohne Therapie von selbst. Bei Blut oder Schleim im Stuhl, Fieber, Erbrechen oder Kreislaufproblemen sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Loperamid-basierte Mittel wie Imodium sind laut demselben Merkblatt kein Allheilmittel, sondern unterdrücken nur die Symptome — sinnvoll etwa bei einer langen Busfahrt, aber ausdrücklich nicht bei Fieber, nicht bei blutigem Stuhl und nicht bei Kindern.
Ausweg: Packen Sie ein Durchfallmittel als Vorsichtsmaßnahme ein, setzen Sie es aber nur bei leichten Symptomen ein und beachten Sie die Warnhinweise — bei Fieber oder blutigem Stuhl brauchen Sie einen Arzt, kein Medikament aus der Reiseapotheke.
Flaschenwasser und heißes Wasser im Alltag
Flaschenwasser ist in Convenience-Stores, Supermärkten und an Flughäfen flächendeckend verfügbar — günstige Standardmarken wie Nongfu Spring, Wahaha oder C'estbon finden Sie überall, Importmarken wie Evian oder Volvic eher in größeren Supermärkten und gehobenen Hotels. In Convenience-Stores kostet eine 0,5-Liter-Flasche meist nur einen niedrigen einstelligen Yuan-Betrag; an Flughäfen und in der Hotel-Minibar liegt der Preis um ein Vielfaches höher.
Ausweg: Viele Hotelzimmer stellen täglich kostenlose Flaschen bereit und haben einen Wasserkocher (vor Gebrauch einmal mit kochendem Wasser ausspülen, so der übliche Reisetipp). Heißes Wasser gehört ohnehin zur chinesischen Alltagskultur: Restaurants servieren oft heißes Wasser oder Tee, Bahnhöfe und Flughäfen haben kostenlose Heißwasserspender, und viele Einheimische tragen eine eigene Thermosflasche (保温杯, bǎowēnbēi) bei sich.
Was Reisende berichten
In Reiseforen berichten deutschsprachige Reisende übereinstimmend, dass sie in China konsequent auf Flaschenwasser statt Leitungswasser setzen — deckt sich mit der offiziellen Empfehlung. Viele packen vorsorglich ein Durchfallmittel ein, aus einem ganz pragmatischen Grund: Niemand möchte unterwegs auf eine öffentliche Toilette angewiesen sein, wenn es sich vermeiden lässt.
Ausweg: Nehmen Sie das als das, was es ist: eine Komfort-Überlegung, kein Gesundheitsalarm. Die medizinisch relevanten Regeln zur Einnahme eines Durchfallmittels finden Sie weiter oben.
Reisende berichten
Schnell-Checkliste für unterwegs
Trinken Sie ausschließlich Flaschenwasser oder abgekochtes Wasser — nie Leitungswasser, auch nicht zum Zähneputzen.
Seien Sie bei Eiswürfeln und gekühlten Speisen vorsichtig, wenn die Wasserherkunft unklar ist.
Meiden Sie Kontakt mit streunenden Tieren, besonders Hunden.
Suchen Sie nach einem Biss oder Kratzer sofort einen Arzt auf — auch während der Reise, auch mit bestehender Impfung.
Sprechen Sie die Tollwutimpfung vor der Reise aktiv bei der reisemedizinischen Beratung an, besonders bei Fahrrad-/Motorradreisen, abgelegenen Wanderungen, mit Kindern oder bei längerem Aufenthalt.
Schließen Sie eine Auslandsreise-Kranken- und Rückholversicherung ab — eine Auslandsvertretung übernimmt keine Behandlungskosten.
Packen Sie ein Durchfallmittel ein, aber nehmen Sie es nur bei leichten Symptomen — nicht bei Fieber, blutigem Stuhl oder bei Kindern.
Häufig gestellte Fragen
Kann man in China Leitungswasser trinken?
Nein. Laut Auswärtigem Amt sollten Sie ausschließlich Wasser sicherer Herkunft trinken, nie Leitungswasser. In der Praxis heißt das: Flaschenwasser oder, falls keins verfügbar ist, gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser.
Ist Eis in Getränken in China unbedenklich?
Seien Sie vorsichtig, wenn die Herkunft des Wassers unklar ist — dieselbe Vorsicht empfiehlt die Schweizer Reisemedizin-Plattform HealthyTravel.ch auch für gekühlte oder tiefgefrorene Speisen. Fragen Sie im Zweifel nach oder verzichten Sie darauf.
Wie hoch ist das Tollwutrisiko in China, und was tue ich nach einem Tierbiss?
China verzeichnet laut Auswärtigem Amt jährlich über 1.000 Tollwutfälle, vor allem in ländlichen und südlichen Regionen. Nach einem Biss oder Kratzer sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen — auch mit bestehender Impfung, und noch während der Reise, nicht erst nach der Rückkehr.
Wer zahlt die Behandlung, wenn ich in China zum Arzt oder ins Krankenhaus muss?
Sie selbst beziehungsweise Ihre Versicherung. Das Auswärtige Amt stellt klar, dass eine deutsche Auslandsvertretung offene Krankenhausrechnungen in keinem Fall begleicht — sie kann lediglich Ärztinnen, Ärzte oder Anwälte vor Ort benennen. Eine Auslandsreise-Kranken- und Rückholversicherung ist deshalb sinnvoll; das Auswärtige Amt empfiehlt sie für China ausdrücklich.
Sollte ich ein Durchfallmittel wie Imodium einpacken?
Als Vorsichtsmaßnahme spricht laut Auswärtigem Amt nichts dagegen — aber nur zur Einnahme bei leichten Symptomen: nicht bei Fieber, nicht bei blutigem Stuhl und nicht bei Kindern.
So geht es mit Ihrer China-Vorbereitung weiter
Offizielle Quellen
- China: Reise- und Sicherheitshinweise (Gesundheit: Trinkwasser, Durchfallerkrankungen, Tollwut, Impfschutz)
- Tollwut — Reisemedizinische Hinweise
- Merkblatt für Beschäftigte und Reisende: Durchfall (Diarrhoe)
- Konsularische Hilfe: Wobei kann Ihnen die Auslandsvertretung helfen?
- Hilfe in Notfällen im Ausland (Kostenübernahme-Grenzen)
- China — Länderinformationen (Impfungen für alle Reisende: Tollwut, landesweit; Lebensmittel- und Wasserhygiene)
- Reise- und Indikationsimpfungen: Tollwut
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