YouChina
YouChina Wiki · Sicherheit

Ist China sicher für Touristen? Die häufigsten Abzockmaschen und wie Sie sie vermeiden

Zuletzt überprüft Juli 2026
Kurze Antwort

China gilt für Touristen als Reiseland mit geringer Straßenkriminalität — die real vorkommenden Risiken sind gezielte Abzockmaschen, nicht Gewaltkriminalität.

Die offiziellen Reisehinweise Deutschlands, Österreichs und der Schweiz nennen unabhängig voneinander dieselben Risiken: Trickbetrug und überhöhte Rechnungen kommen vor; die Kriminalitätsrate ist laut Auswärtigem Amt insgesamt gering und Gewaltakte sind sehr selten — und für jede bekannte Masche gibt es eine einfache Gegenstrategie.

Lesen Sie die Maschen unten einmal durch, bevor Sie losziehen — keine der Gegenstrategien braucht besondere Vorbereitung.

QR-Zahlung bestätigen · kleiner Laden · Jul 2026QR-Zahlung bestätigen · kleiner Laden · Jul 2026

Prüfen Sie den Betrag auf Ihrem eigenen Bildschirm, bevor Sie eine QR-Zahlung bestätigen

Wo diese Maschen vorkommen, und die allgemeine Gegenstrategie

Das Auswärtige Amt fasst es so zusammen: „Die Kriminalitätsrate ist insgesamt gering und Gewaltakte sind sehr selten. Kleinkriminalität wie Taschendiebstahl und Raub […] sowie insbesondere verschiedenste Formen von Trickbetrügereien, Scams und überhöhte Kreditkartenabrechnungen und Preise für Dienstleistungen kommen jedoch vor." Österreichs BMEIA warnt konkret vor „Reiseführern", „Künstlern" und „Studenten", die ihre Dienste auf der Straße anbieten, und auch die Schweizer Reisehinweise (EDA) nennen Touristenattraktionen ausdrücklich als Ort, an dem es „zu Betrügereien kommen" kann. Alle drei Quellen beschreiben dieselbe Risikokategorie: Trickbetrug und überhöhte Rechnungen rund um touristische Orte.

Preise vorab klären oder schriftlich festhalten, bevor Sie sich auf etwas einlassen — eine Teehaus-Karte, einen Taxipreis, einen Eintrittspreis.

Offizielle Warteschlangen und Apps statt des ersten spontanen Angebots nutzen — die offizielle Taxi-Warteschlange, eine Ride-Hailing-App, der Ticketschalter der Sehenswürdigkeit selbst.

Eine eigene Karten-App mitlaufen lassen, damit ein Umweg oder eine „Abkürzung" sofort auffällt.

Den Betrag auf dem eigenen Bildschirm prüfen, bevor Sie eine QR-Code-Zahlung bestätigen — nie auf dem Gerät eines Fremden bestätigen oder dessen Angabe zur Summe einfach glauben.

Ihre physische Kreditkarte beim Bezahlen möglichst nicht aus der Hand geben, besonders am Hotel-Check-in.

Der Ablauf, der fast alle dieser Maschen stoppt

Nichts davon braucht besondere Vorbereitung — nur ein paar Gewohnheiten, die Sie zu einem schwierigeren Ziel für eine Überzahlung machen.

1
Preis klären, bevor Sie sich festlegen

Speisekarten, Fahrpreise und Eintrittspreise vorab schriftlich oder klar mündlich festzuhalten nimmt den meisten dieser Maschen die Grundlage der „Überraschungsrechnung".

2
Die offizielle Option nutzen, nicht das erste Angebot

Offizielle Taxi-Warteschlangen, Ride-Hailing-Apps wie DiDi und der eigene Ticketschalter einer Sehenswürdigkeit sind durchgehend die sicherere Standardwahl gegenüber jemandem, der Sie unaufgefordert anspricht.

3
Eigene Karten-App offen halten

Wenn Sie Ihre Route auf dem eigenen Handy mitverfolgen, fällt ein Umweg oder eine „Abkürzung" in Echtzeit auf — im Taxi wie zu Fuß.

4
Betrag vor dem Bezahlen prüfen

Ob QR-Code oder Bargeld-Wechselgeld: Schauen Sie sich die Zahl auf Ihrem eigenen Bildschirm an oder zählen Sie die Scheine selbst nach, bevor die Transaktion abgeschlossen ist.

5
Bei einem Verkehrsvorfall nicht sofort bar zahlen

Rufen Sie die Polizei, dokumentieren Sie die Situation mit Fotos oder Video, und klären Sie eine Zahlung erst über den offiziellen Weg — das schützt vor der „Vors-Auto-springen"-Masche und vor unklaren Schuldfragen gleichermaßen.

Die klassischen Maschen im Einzelnen, und die Gegenstrategie für jede

Teehaus-/„Kunststudent"-Einladung — inklusive der Tinder-Variante

Freundliche Fremde sprechen Sie in der Nähe von Sehenswürdigkeiten an — als angebliche „Reiseführer", „Künstler" oder „Studenten", die zufällig auch bald in Deutschland studieren — und laden Sie zu Tee, einem Drink oder einer Kunstausstellung ein; die Rechnung fällt am Ende weit überzogen aus. Reisende berichten, dass dieselbe Masche heute auch über Tinder anläuft: Ein Match führt in ein Teehaus, das anschließend eine völlig überzogene Rechnung präsentiert.

Ausweg: Lehnen Sie unaufgeforderte Einladungen freundlich, aber bestimmt ab, oder bestehen Sie darauf, selbst das Lokal auszuwählen — und prüfen Sie Preise, bevor Sie etwas bestellen. Das gilt genauso für Kontakte, die über eine Dating-App entstanden sind.

Schwarztaxis und eskalierende Taxi-Streitigkeiten

Vor Flughäfen und Bahnhöfen bieten nicht lizenzierte Fahrer einen überteuerten Festpreis an, bevor Sie überhaupt eingestiegen sind. Kommt es zum Streit über den Fahrpreis, kann das laut dem britischen Außenministerium (FCDO) schnell eskalieren — eine körperliche Auseinandersetzung kann demnach zu einer Ingewahrsamnahme führen, unabhängig davon, wer die Schuld trägt.

Ausweg: Nutzen Sie die offizielle Taxi-Warteschlange oder eine Ride-Hailing-App wie DiDi, bestehen Sie auf dem Taxameter und lassen Sie sich eine Quittung mit der Taxinummer geben. Bei einem Streit gilt laut FCDO: lieber deeskalieren, den abgerechneten Preis zahlen und die Sache über Quittung oder Fotos später klären, statt sich vor Ort körperlich auseinanderzusetzen.

Gefälschte Ware zu stark überhöhten Preisen

Reisende berichten von Straßenhändlern in der Nähe von Touristenspots, die gefälschte Ware „zum 20-Fachen ihres Werts" verkaufen oder in dubiose Clubs und Bars locken wollen. Eine offizielle DACH-Quelle, die diese konkrete Zahl bestätigt, gibt es nicht — das ist ein Erfahrungswert aus Reiseberichten, kein amtlich belegter Fakt.

Ausweg: Handeln Sie außerhalb offizieller Geschäfte konsequent herunter, und gehen Sie ruhig weg, wenn ein Preis unrealistisch bleibt — oft folgt ein deutlich besseres Angebot. Lehnen Sie auch spontane Fotoangebote mit kostümierten Straßenkünstlern ab, wenn Sie hinterher nicht dafür bezahlen möchten.

Reisende berichten

Falschgeld bei großen Scheinen — auch aus Geldautomaten

Falschgeld, besonders bei 100-Yuan-Scheinen, kommt laut dem britischen Außenministerium (FCDO) vor — auch aus Geldautomaten ausgegebene Scheine sind davon nicht ausgenommen. Banken tauschen erkanntes Falschgeld nicht um.

Ausweg: Prüfen Sie große Scheine vor der Annahme sorgfältig, zahlen Sie wo möglich per QR-Code, und zählen Sie Wechselgeld direkt nach, bevor Sie weitergehen.

QR-Code beim Bezahlen: Betrag prüfen und Phishing-Risiko kennen

An belebten Marktständen wird gelegentlich ein höherer Betrag in die QR-Zahlungsanfrage eingetragen, als vereinbart wurde. Unabhängig davon rät das britische Außenministerium (FCDO) angesichts der weiten Verbreitung von QR-Codes in China ausdrücklich dazu, sich mit dem Risiko von QR-Code-Phishing vertraut zu machen — also gefälschten Codes, die auf betrügerische Seiten führen.

Ausweg: Prüfen Sie den Betrag immer auf Ihrem eigenen Bildschirm, bevor Sie bestätigen — nie auf dem Gerät eines Fremden. Scannen Sie keine QR-Codes aus unklarer Quelle, etwa lose Aufkleber über einem offiziellen Code.

Kreditkarte beim Bezahlen: physisches Kartenlesegerät mit Vorsicht nutzen

Reisende berichten von Kartendaten, die offenbar beim physischen Durchziehen der Kreditkarte kopiert wurden — ein Bericht nennt dabei konkret den Hotel-Check-in, mit einem zeitlichen Zusammenhang zu späteren missbräuchlichen Abbuchungen. Unabhängig davon werden hinterlegte ausländische Karten Reiseberichten zufolge auch ganz ohne erkennbaren Grund gelegentlich aus Sicherheitsgründen gesperrt — zwei unterschiedliche Ursachen mit derselben praktischen Konsequenz.

Ausweg: Geben Sie Ihre physische Karte möglichst nicht aus der Hand, bevorzugen Sie wo möglich kontaktloses Bezahlen oder QR-Code-Zahlung, und führen Sie eine zweite Karte plus etwas Bargeld als Backup mit.

Reisende berichten

Die „Vors-Auto-springen"-Masche (Unfallerpressung, „Pengci")

Reisende berichten von einer Masche, bei der jemand absichtlich vor ein fahrendes Auto springt, um anschließend — notfalls vor Gericht — eine Zahlung zu erzwingen. China hat dieses Problem offiziell anerkannt: Oberstes Volksgericht, Oberste Volksstaatsanwaltschaft und Ministerium für öffentliche Sicherheit veröffentlichten 2020 gemeinsame Leitlinien zum rechtmäßigen Umgang mit solchen Fällen, und laut Ministerium für öffentliche Sicherheit muss die Polizei nach einer entsprechenden Meldung sofort vor Ort ausrücken.

Ausweg: Zahlen Sie bei einem Verkehrsvorfall nicht sofort bar vor Ort. Rufen Sie die Polizei (110), bestehen Sie auf einer Dokumentation per Foto oder Video, und klären Sie die Verantwortung über den offiziellen Weg — das gilt für Fahrer und Beifahrer gleichermaßen.

Schnelle Gewohnheiten für unterwegs

1

Preise vorab schriftlich oder klar mündlich klären, bevor Sie sich auf etwas einlassen — Tee, Kunst, Taxifahrt, Eintritt.

2

Standardmäßig offizielle Warteschlangen und Apps nutzen (Taxistand, DiDi, offizieller Ticketschalter der Sehenswürdigkeit) statt des ersten spontanen Angebots.

3

Eine Karten-App offen halten und die eigene Route mitverfolgen, besonders im Taxi.

4

Den Betrag auf dem eigenen Bildschirm prüfen, bevor Sie eine QR-Code-Zahlung bestätigen.

5

Wechselgeld bei großen Scheinen direkt nachzählen — Falschgeld, auch aus Geldautomaten, kommt vor.

6

Die physische Kreditkarte beim Bezahlen möglichst nicht aus der Hand geben; eine Ersatzkarte und etwas Bargeld als Backup mitführen.

7

Bei einem Verkehrsvorfall nicht sofort bar zahlen — Polizei rufen (110), Situation dokumentieren, Schuldfrage über den offiziellen Weg klären.

8

Bei verdächtigen Telefonanrufen angeblicher Polizei: auflegen und im Zweifel selbst die 110 anrufen, statt am Telefon Geld oder Daten weiterzugeben.

9

Kommt es doch zu einem echten Schaden: Situation verlassen, Belege oder Zahlungs-Screenshots aufbewahren, und die 110 anrufen oder die nächste Polizeiwache aufsuchen.

Häufig gestellte Fragen

Ist China sicher für Touristen?

China gilt laut dem Auswärtigen Amt als Reiseland mit insgesamt geringer Kriminalitätsrate, in dem Gewaltakte sehr selten sind; die Reisehinweise Österreichs und der Schweiz beschreiben dieselben Risiken. Was tatsächlich vorkommt, sind gezielte Abzockmaschen wie der Teehaus-Trick oder überhöhte Rechnungen, keine Gewaltkriminalität. Eine Reiseversicherung lohnt sich trotzdem — für das davon unabhängige Risiko von Krankheit oder Unfall; siehe unseren Leitfaden zur Reiseversicherung.

Wie erkenne ich die Teehaus-Masche und ihre Tinder-Variante?

Ein freundlicher Fremder — oft in der Nähe einer bekannten Sehenswürdigkeit oder über ein Match auf einer Dating-App — lädt Sie in ein nahes Teehaus, eine Bar oder ein Restaurant ein, um zu plaudern oder „Englisch zu üben". Die Rechnung fällt am Ende weit höher aus als erwartet. Die Gegenstrategie: das Lokal selbst wählen und Preise prüfen, bevor Sie etwas bestellen.

Sind Taxis in China sicher?

Offizielle Taxis mit Taxameter und Ride-Hailing-Apps wie DiDi gelten allgemein als sicheres und zuverlässiges Fortbewegungsmittel. Die Masche, auf die Sie achten sollten, sind nicht lizenzierte „Schwarztaxis" mit überteuertem Festpreis vor Flughäfen und Bahnhöfen — nutzen Sie stattdessen die offizielle Warteschlange oder eine App. Bei einem Streit über den Fahrpreis gilt: laut dem britischen Außenministerium (FCDO) lieber zahlen und später über Quittung klären, statt zu eskalieren.

Was ist die „Vors-Auto-springen"-Masche (Pengci)?

Dabei springt jemand absichtlich vor ein fahrendes Auto, um anschließend eine Zahlung zu erzwingen — notfalls vor Gericht. China hat das Problem offiziell anerkannt: 2020 veröffentlichten die obersten chinesischen Justiz- und Sicherheitsbehörden gemeinsame Leitlinien zum Umgang mit solchen Fällen. Bei einem Verkehrsvorfall zahlen Sie am besten nicht sofort bar, sondern rufen die Polizei (110) und dokumentieren die Situation.

Ist Bezahlen per QR-Code (Alipay oder WeChat Pay) sicher?

Grundsätzlich ja — das am häufigsten gemeldete Risiko betrifft nicht die Zahlungstechnik selbst, sondern einen Verkäufer, der einen höheren Betrag einträgt als vereinbart. Prüfen Sie den Betrag immer auf Ihrem eigenen Bildschirm, bevor Sie bestätigen, und bestätigen Sie nie auf dem Gerät einer anderen Person. Machen Sie sich außerdem mit dem Risiko von QR-Code-Phishing vertraut, also gefälschten Codes.

Was tue ich, wenn ich bereits auf eine Masche reingefallen bin?

Verlassen Sie die Situation, wenn Sie noch mittendrin sind — Sie sind nicht verpflichtet, weiter mitzuspielen. Bei einem echten finanziellen Schaden rufen Sie die 110 oder gehen zur nächsten Polizeiwache, und bewahren Sie Belege oder Zahlungs-Screenshots auf. Eine Rückerstattung ist nicht garantiert — sehen Sie es eher als Schadensbegrenzung denn als sichere Erwartung.

So geht es mit Ihrer China-Vorbereitung weiter

Feldführer erkunden

Zuletzt überprüft: